Intelligenzvererbung vererbt Intelligenz
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Wer vererbt die Intelligenz – Mann oder Frau? Studien zur Intelligenzvererbung geben faszinierende Einblicke

12.Apr.2024 03:40
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Die Genetik der Intelligenz unter der Lupe

Die Frage, wer die Intelligenz vererbt – Mann oder Frau – beschäftigt seit jeher Wissenschaftler und Eltern gleichermaßen. Eine bahnbrechende Studie mit dem Titel „Gene discovery and polygenic prediction from a genome-wide association study of educational attainment in 1.1 million individuals“ wirft neues Licht auf dieses Rätsel.

Die Studie analysierte die genetischen Daten von über einer Million Menschen, um herauszufinden, welche Gene für Intelligenzvererbung verantwortlich sind und inwiefern sie von Eltern an ihre Kinder weitergegeben werden.

Kernaussagen der Studie

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Bildungserfolg als Indikator für Intelligenz

In der Studie wurde der Bildungserfolg als Maß für Intelligenz verwendet, wobei das Hauptaugenmerk auf dem Erreichen von Hochschulabschlüssen lag. Die Forscher identifizierten Tausende von Genen, die mit höheren Bildungsabschlüssen korrelierten. Es ist wichtig zu betonen, dass Bildungserfolg nicht mit Intelligenz gleichzusetzen ist, aber er kann als indirekter Indikator für Intelligenz dienen, da höher gebildete Menschen tendenziell auch höhere Intelligenzquotienten aufweisen.

Was genau beeinflusst die Enwicklung der Intelligenz?

Die Studie „Common genetic variants associated with cognitive performance identified using the proxy-phenotype method“ hat mehrere wesentliche Einflussfaktoren für die Vererbung und Entwicklung von Intelligenz identifiziert.

Die „Proxy-Phenotype“-Methode ist ein Ansatz, bei dem genetische Assoziationen mit einem bestimmten Phänotyp – in diesem Fall der kognitiven Leistung – untersucht werden, indem ein Proxy-Phänotyp verwendet wird, der mit dem untersuchten Phänotyp korreliert ist. Auch hier wurden höhere Bildungsabschlüsse als Indikator gewählt.

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Idee
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3 wesentliche Faktoren

Genetische Faktoren: Die Studie bestätigte, dass zahlreiche genetische Varianten mit kognitiver Leistung assoziiert sind. Diese genetischen Varianten können von den Eltern an die Kinder weitergegeben werden und beeinflussen so die Intelligenz der Nachkommen.

Umweltfaktoren: Wie bereits in früheren Abschnitten erwähnt, spielen Umweltfaktoren eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Intelligenz. Diese Faktoren können sowohl pränatal (z. B. Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft) als auch postnatal (z. B. Bildungschancen, soziale Interaktionen, emotionale Unterstützung) wirken.

Gen-Umwelt-Interaktionen: Die Studie unterstreicht auch die Bedeutung der Wechselwirkungen zwischen genetischen und Umweltfaktoren bei der Entwicklung von Intelligenz. Manche Menschen können genetisch anfälliger für Umweltfaktoren sein, die die kognitive Leistung beeinflussen, während andere möglicherweise weniger anfällig sind.

Geschlechtsunterschiede in der Vererbung von Intelligenzgenen

Mann und Frau vererben unterschiedliche Intelligenzgene

Die Studie zeigte, dass es geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Vererbung von Intelligenzgenen gibt. Während Männer und Frauen in ähnlichem Maße Intelligenzgene an ihre Kinder weitergeben, wurde festgestellt, dass einige Intelligenzgene eher von Müttern und andere eher von Vätern vererbt werden. Dies legt nahe, dass beide Elternteile zur genetischen Ausstattung eines Kindes im Hinblick auf Intelligenz beitragen, jedoch auf unterschiedliche Weise.

Die Rolle von X- und Y-Chromosomen

Die Studie ergab auch, dass einige Intelligenzgene auf den geschlechtsspezifischen Chromosomen X und Y liegen. Da Frauen zwei X-Chromosomen besitzen und Männer ein X- und ein Y-Chromosom, könnten die auf diesen Chromosomen liegenden Intelligenzgene unterschiedlich vererbt werden. Die Forscher fanden heraus, dass einige der auf dem X-Chromosom liegenden Intelligenzgene ausschließlich von Müttern an ihre Kinder weitergegeben werden, während andere von beiden Elternteilen vererbt werden können. Dies deutet darauf hin, dass Frauen möglicherweise eine stärkere Rolle bei der Vererbung von Intelligenzgenen spielen, die auf dem X-Chromosom liegen. 

Almos Bechtold - unsplash.com

Fazit: Die komplexe Vererbung von Intelligenz

Die Studie „Gene discovery and polygenic prediction from a genome-wide association study of educational attainment in 1.1 million individuals“ hat das Verständnis der Vererbung von Intelligenz und deren Zusammenhang mit Bildungserfolg erheblich erweitert.

Sie zeigt, dass sowohl Männer als auch Frauen zur Vererbung von Intelligenzgenen beitragen, aber auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlichem Ausmaß. Insbesondere spielen geschlechtsspezifische Chromosomen eine Rolle bei der Vererbung von Intelligenzgenen.

Ein zunehmend besseres Verständnis der Mechanismen, die der Vererbung von Intelligenz zugrunde liegen, könnte dazu beitragen, gezielte Bildungsinterventionen und -strategien zu entwickeln, um das Potenzial jedes Kindes optimal zu fördern.

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